Rund-um-Schutz von klein auf

Impfempfehlung

Impfungen sind wichtig, damit ein Kind frühzeitig einen ausreichenden Schutz gegen schwere Infektionen aufbauen kann. Impfungen verhindern den Ausbruch gefährlicher Krankheiten, die häufig mit Komplikationen verbunden sind und für die es zum Teil auch heute noch keine geeignete Therapie gibt. Der Begriff „Kinderkrankheit“ bedeutet nicht, dass diese harmlos sind. Heute erkranken Kinder und Erwachsene durch verbesserte Durchimpfungsraten deutlich später und weniger schwer. Deshalb sollte jeder Mensch über einen vollständigen und ausreichenden Impfschutz verfügen. Das Risiko der Nebenwirkungen ist durch hochmoderne Impfstoffe gering und der Nutzen der Impfung im Vergleich hoch.

Impfreaktionen und – Komplikationen

Wer an einer akuten, fieberhaften Erkrankung oder an einer Immunmangelkrankheit leidet oder in den letzten 3 Monaten eine Bluttransfusion oder Immunglobulin erhalten hat, sollte nicht gegen MMR und Windpocken geimpft werden. Impfviren werden nicht auf Kontaktpersonen übertragen. Rötungen, Schwellung und Juckreiz an der Impfstelle können auftreten, bei MMR kann es 6 bis 14 Tage später auch zu Fieber für 1, 2 Tage kommen, evtl. zusammen mit Hautausschlag und Abgeschlagenheit. Selten sind: Reizung von Augen und Luftröhre, Speicheldrüsen- und Lymphknotenschwellung, Gelenkbeschwerden, Beteiligung von Hoden und Bauchspeicheldrüse, Fieberkrämpfe, allergische Reaktionen, Hirnhautreizungen, Gerinnungsstörung. Anhaltendes Schreien des Säuglings wurde beobachtet. Keine der erwähnten Impfungen verursacht bleibende Gesundheitsschäden oder Störungen bzw. Benachteiligungen in der körperlichen oder geistigen Entwicklung und Persönlichkeitsentwicklung sind eher selten

Die offiziellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin

Diphtherie & Tetanus (DT)

Tetanusbakterien gibt es überall, besonderes im Erdreich. Bei Erkrankung kann es zu schwerwiegenden und bleibenden Folgen für Herz und Nervensystem kommen, tödliche Verläufe sind nicht selten.

Keuchhusten (P)

Besonders Kinder im 1. Lebensjahr haben ein höheres Risiko schwerer Krankheitsverläufe und Komplikationen. Der Impfschutz sollte daher frühvervollständigt werden.

Hämophilus influenza-B (Hib)

Erreger von Kehlkopf- und Hirnhautentzündungen, welche beide tödlich verlaufen können.

Hepatitis B (HepB)

Die Ansteckung erfolgt über Blut und Körpersekrete. Ca. 50.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu an dieser Form der Leberentzündung. 5000 von ihnen entwickeln eine chronische Erkrankung bis hin zu Leberkrebs und Leberzirrhose.

Polio (IPV)

Kinderlähmung gibt es nicht mehr. Durch eine Spritze wird die Ansteckung von Kontaktpersonen des Impflings zu vermieden.

Masern. Mumps-Röteln und Varizellen (MMRV)

Die gefürchtete Komplikation der Masern ist eine Gehirnentzündung mit oft bleibender Behinderung. Mumps kann zu einer Hirnhautentzündung führen, zu Buchspeicheldrüsenerkrankungen und Hodenentzündungen mit nachfolgender Sterilität. Röteln beim Ungeboren d. h. bei Ansteckung einer Schwangeren, können zu Tot- oder Fehlgeburt und zu bleibender geistiger Schwerbehinderung führen. Windpocken verursachen eine vorübergehende Abwehrschwäche und verlaufen umso schwerer und komplikationsreicher, je älter der betroffene ist. Windpocken können bei schwerem Verlauf Narben hinterlassen und zu Herzgelenk-Nieren- und Hirnhautentzündung führen. Außerdem vermeiden Sie Fehlzeiten in Kindergarten und Schule, denn die Erkrankung kann bis zu 12 Tagen dauern.

FSME

Durch Zecken übertragbare Form einer Hirnentzündung durch Viren, gegen die es keine Behandlung gibt. Impfung nur vor Reisen in ein Risikogebiet innerhalb Deutschlands.

Grippe

Besonders bei immunschwachen Menschen (Kinder und Senioren) kann es zu schweren Verläufen und Todesfällen kommen. Die jährliche Aktualisierung des Impfschutzes ist erforderlich.

Pneumokokken

Erreger von z. Teil schwer verlaufenden Mittelohr-, Lungen- und Hirnhautentzündungen. Ein neuer Impfstoff kann jetzt auch Kinder unter 2 Jahren, insbesondere vor bleibenden geistigen Folgeschäden und Hörschäden schützen.

Meningokokken B

2/3 der jährlichen der Fälle werden durch den Typ B hervorgerufen. Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken B Menschen mit bestimmten Grundkrankheiten. Zu dieser Gruppe gehören Menschen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche (z.B. bei fehlender Milz). Auch Kontakt und Bezugspersonen von Erkrankten sollten eine Impfung erhalten. Bezüglich der Kosten für die Impfung ist zusätzlich eine Anfrage bei der Krankenkasse sinnvoll.

Meningokokken C

Diese Bakterien sind Erreger einer schwer bis tödlich verlaufenden Blutvergiftung und Hirnhautentzündung besonders bei Kleinkindern und Jugendlichen. Die Krankheit kann in wenigen Stunden tödlich verlaufen oder zu bleibenden, schweren Restschäden führen. Erste Impfung im 2. Lebensjahr schützt lebenslang.

Rotaviren

Rotaviren sind die Hauptursachen für schwere Brechdurchfälle im Kindesalter, die zu lebensgefährlichen Flüssigkeitsmangel führen können. Gefährdet sind insbesondere Kinder im 1. Lebensjahr. Der Schluckimpfstoff wird 2x ab der 7. Lebenswoche geimpft.

Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)

Auslöser für diesen Krebs bei Frauen ist ein Virus, das sog. HP-Virus. 6200 Frauen erkranken jährlich in Deutschland, 2000 sterben pro Jahr daran. Geimpft wird 2x zwischen dem 9 und 15 Geburtstag, möglichst vor dem ersten Sexualkontakt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und seit Mitte 2018 auch für alle Jungen von neun bis 14 Jahren. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr (d. h. dem Tag vor dem 18. Geburtstag) sollen versäumte HPV-Impfungen nachgeholt werden.

Hepatitis A

Sehr ansteckende Form der Gelbsucht, besonders risikoreich sind Urlaube in feucht-warmen Gegenden. Zweite Impfung ab dem 1. Geburtstag.

FSME (Frühsommermeningoencephalitis)

Eine Entzündung des Gehirns- u. der Hirnhäute durch ein Virus, das von Zecken übertragen wird. Impfung vor Reise in ein Risikogebiet empfehlenswert.

Weitere Impfungen:

Grippe    1x jeden Herbst
FSME    3x vor Urlaub im Risikogebiet
Hepatitis-A    2x vor Fernreise
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